Zähmen des Vogels

Wenn sich nun in den Anfagstagen des Zusammlebens zwischen Mensch und Tier Vertrauen aufgebaut hat, kann man schrittweise den Abstand zum Käfig verkleinern und beruhigend mit den Tieren sprechen. Schließlich kann man auch dicht am Käfig stehen, ohne daß die Vögel ängstlich reagieren. Nun sollte man die Nymphensittiche ganz behutsam an die Hand gewöhnen.
Dazu legt ihr zunächst die Hand ruhig ans Käfiggitter und reicht den Vögeln ein paar Sonnenblumenkerne. Wenig später streckt ihr die Hand dann durch die geöffnete Käfigtür in den Käfig. Haben die Tiere akzeptiert, daß von der Hand keine Gefahr droht, könnt ihr wieder einige Leckerbissen reichen. Schließlich kann der nächste Schritt des Vertrauens gewagt werden. Haltet eure Hand nun dicht an die Vögel. Berührt sie vorsichtig und krault sie behutsam am Bauchgefieder. Hierbei ist es ebenfalls hilfreich, wenn ihr einen Leckerbissen, wie etwa ein Stück Kolbenhirse auf die Handfläche legt. Geht mit der Hand unter den Bauch eines Vogels. Normalerweise steigt das Tier nun auf die Hand. Beruhigende Worte und Leckereien in Maßen fordern die Bereitwilligkeit der Vögel mitzumachen.
Diese Übung wird so lange wiederholt, bis ihr sicher seid, daß jeder Vogel auf die Hand kommt, wann immer ihr es wollt.
Jetzt ist es soweit, daß ihr den Vögeln den ersten Freiflug im Zimmer gewähren könnt. Noch scheue Vögel lassen sich nicht ohne weiteres in den Käfig zurückbringen. Eine wilde Jagd auf die Tiere würde jedoch das bisherige Vertrauen, das bis dahin zu euch entstanden ist, zerstören. Es ist ratsam, auch weiterhin schnelle, hastige Bewegungen in der Nähe der Vögel zu vermeiden.